
Saturday, October 24, 2009
Friday, October 23, 2009
Das Fernsehen und ich
Mein Studium habe ich weitgehend ohne Fernseher verbracht, bis auf einen kalten Winterabend an dem ich unbedingt eine Menschen bei Maischberger-Folge anschauen musste und dazu ein kleines Schwarzweißgerät von meinen Eltern mitgebracht hatte. Natürlich hat dann auch jemand angerufen, just im Moment, auf den es mir ankam. So ist das wohl, mit dem Fernsehen. Und es gibt kaum etwas, was ich für so unhöflich halte, wie jemanden am Telefon abzuwimmeln, weil man gerade fern sieht.
Der Fortschritt hat mit der digitalen Übertragung der öffentlich-rechtlichen Programme der Nutzung des kleinen Schwarzweißgeräts mit der Zimmerantenne einen Riegel vorgeschoben, das ist also schon drei, vier Jahre her.
Nun hat der Fortschritt aber nicht nur Nachteile gebracht, sondern auch Vorteile: erschwingliche DSL-Anschlüsse für Ein-Personen-Haushalte und dazu noch ein umfassendes Online-Angebot, das mich mittlerweile nicht nur die Lindenstraße, Geld.Macht.Liebe, sondern auch eine breite Auswahl von Sendungen privater Sender, vor allem von RTL und Vox rund um den Erdball relativ zeitnah verfolgen lässt.
Neulich hat sich jemand beschwert, jemand, der erst sehr spät angefangen hat in diesem Blog mitzulesen und der deswegen hauptsächlich Blogeinträge über Fernsehsendungen als sehr prominent wahrgenommen hat, dass es doch niveaulos wäre über Fernsehen zu schreiben.
Das Niveau finde ich an sich nicht problematisch. Auch nicht bei "Mitten im Leben" oder bei den momentan sehr von mir geliebten Sendungen, in denen Immobilienmakler durch exklusive Immobilien führen. Natürlich werden da keine großen, abstrakten Probleme gewälzt, aber man lernt viel über die menschliche Psyche, auch beim Perfekten Dinner. Das Perfekte Dinner scheint mir fast schon nach einem klassischen Schema gecastet zu sein, jedenfalls in den guten Wochen. Und ist es nicht wundervoll, wenn die Teilnehmer, die sonst immer Zuschauer sind, auch noch reflektieren, dass ein solches Schema hinter der Sendung steht?
Eigentlich halte ich es sogar eher für einen Gewinn an Niveau, wenn man mit dem Bloggen über Fernsehen für eine breitere Leserschaft schreibt, als wenn man über Bücher bloggt, die niemanden auf die Seite bringen. Das sagt jedenfalls mein Counter, eine Leserin sagte mir auch schon, dass ich eben die Bücher auch richtig rezensieren müsse, aber es sucht ja schon niemand nach den Titeln der hier behandelten Werke.
Anders als andere Leute habe ich auch nie dieses entspannte "Nur Fernsehen" erlebt, ich lasse das ganze eher nebenher laufen. Und schaue nochmal an, wenn es interessant erscheint.
Der Grund warum ich keinen Fernseher habe ist einfach der Gedanke, dass er ein Zeitfresser wäre... nicht, dass der DSL-Zugang für meinen Ein-Personen-Haushalt keiner wäre, das ist er auch ohne Streamangebote.
Was mir jetzt aber zu denken gibt ist dieser Artikel in dem über das moralische Problem geschrieben wird, das diese Doku-Soaps, die ich in rauhen Mengen konsumiere, bergen.
Deswegen habe ich beschlossen: damit muss Schluss sein!
Labels: mitten im leben, rtl, Sandra Maischberger, Unterschichtsfernsehen
Neulich in Hollywood
Als ich neulich in Hollywood war, da wäre ich fast Mitglied bei Scientology geworden. Die haben dort eine nette Filiale mit einer hübschen Ausstellung und Probeexemplaren ihrer verschiedenen Pubikationen. Ich hatte sogar ein nettes Gespräch mit der Frau an der Rezeption, die sichtlich irritiert war, dass ich tatsächlich wegen Basisinformationen da war. Der Herr, der im Hintergrund des Ladenlokals stand sah allerdings mit seiner dicken schwarzen Brillenfasung und seinem schwarzen Anzug genauso aus, wie man sich einen Scientologen vorstellt.
Sehr beeindruckend war auch die Muslima mit dem Kopftuch die mir ein Kompliment für mein schulterfreies Kleid gemacht hat. Wobei man sich darüber nicht so wundern sollte, wenn man in einer Welt lebt in der schulterfreie Kleider vorkommen, dann bildet man sich auch eine Meinung zur Designqualität solcher.
Well... man könnte sich schon daran gewöhnen und fragt sich angesichts des Haider-Todestages schon ob "Buzzed driving is drunk driving" nicht auch ein Ausdruck der österreichischen Seite des hiesigen Governors ist.
Tja, da war da noch der Typ, der quer durch den Raum ein richtiger Kerl war und sich dann nicht als Ostküsten-Donald (The Donald) rausgestellt hat, sondern als demokratischer Aktivist. Dabei hat ja der freie Markt durchaus ein Gesicht bekommen, dass nicht in jeder Hinsicht so katastrophal ist, wie aus der Perspektive einer starken Erkältung. Wobei ich aus berufenem Munde mittlerweile erfahren habe, dass der Wettbewerb bei den Mobilfunk- und Festnetztelefonanbietern in manchen Regionen der Vereinigten Staaten wirklich sehr gering ausgeprägt ist.
Labels: Arnold Schwarzenegger, Donald Trump, freier Markt, Hollywood, Islam, Jörg Haider
Sunday, October 11, 2009
Allegorien
(Wird die Welt dadurch, dass internationale Seiten wie youtube.com plötzlich in Landessprachen separate Aufritte haben, wieder vielsprachig? Wird englisch gar ganz aussterben?)
Jedenfalls hat Carly Simon über diesen Song gesagt, dass er eine Komposition aus verschiedenen Männern enthält, die sie einmal kannte. So wie die berühmte Allegorie, die wie die Sau durchs Dorf lange Zeit durch verschiedene Blogs getrieben wurde.
Allegorien enthalten viel Wahrheit, in mancherlei Hinsicht sind sie vielleicht sogar die einzige Möglichkeit wirklich etwas über die Wahrheit zu erkennen. Ersaufen wir lieber nicht im Platonismus, manchmal, da degradiert man auch Leute zum Subjekt, damit man nicht mehr selbst schuld ist, an dem, was man angerichtet hat. Aus jugendlicher Eitelkeit, natürlich.
Labels: Carly Simon, Your're so vain
Drugstore Adventures
Jedes mal, wenn ich zuhause zu dm gehe, denke ich mir: wenn ich zurück bin muss ich endlich mal über diese Verkäuferin bloggen, die aussieht wie Miriam Meckel, was sie u.a. wegen der Brille, der Frisur - und wegen des viel zu dunklen Lippenstifts für eine blonde Frau tut.
Bei Rite Aid habe ich auch schon einen Verkäufer ins Auge gefasst, bei dem ich jedes mal denke: hinterher muss ich mal über den schreiben. Ein schleichender Opi, dabei ist der gar nicht so alt. Ein feiner Mensch irgendwie, der sanft lächelt und sich glaub ich von Herzen freuen kann. Er grüßt mich auch bereits, aber ich kann nicht sagen, ob das die amerikanische Seit in ihm ist oder seine Wertschätzung für mich als Drogeriewarenexpertin.
Ganz fatal für mich ist es ja, wie die Werbung hierzulande stets dazu aufruft man solle sich mit essentiellen Artikeln auf Vorrat eindecken, weil diese gerade im Angebot sind. Zumal ein weiteres bevorraten auch irgendwann anfangen würde meine Rückkehr in Frage zu stellen. Und wie bitte soll man sich "bevorraten", wenn eine reguläre (Groß)packung Ibuprofen schon 500 Tabletten enthält? und auch das Melantonin bereits im Buy one Get one Free-Gebinde für ein gutes Jahr reicht? Das gleiche gilt für all die hochsüßenden Süßsubstanzen, Stevia in einer Menge, die drei Pfund Zucker ersetzt, auch der Heilige Coke Cola trinkt doch seinen Kaffee nicht so süß, dass man bald wieder im Laden stünde und Ausschau hielte, wann es endlich wieder einen reduzierten preis gibt.
Labels: Miriam Meckel, Rite Aid
Friday, October 09, 2009
Gebrauchte Lieder
Manchmal, da wäre ich am allerliebsten eine Schlagersängerin. Und manchmal, da denke ich sogar darüber nach bei youtube eine Playlist mit den Liedern zusammenzustellen, die ich dann aufnehmen würde. Viele davon habe ich auch bereits in diesem Blog gepostet. Und ich stelle mir vor, vor einem riesien Publikum zu stehen und die Luft reicht für 10 Takte und alle johlen mir zu.
Die ganzen Klassiker, die Klassiker, die keiner kennt, keiner von denen, die immer vortäuschen sich mit Klassik auszukennen. Diese wunderbaren Songs, die noch besser sind als das was Judith Holofernes schreibt und was ich nicht nur wegen des schrecklichen Künstlernamens eigentlich nicht anerkenne, obwohl es doch soviel von dem in die aktuelle Welt transponiert, von dem, an dem ich hänge. Und eine Judith ist immer eine Ikone, eine Heldin, eine Heilige.
Das ganze bloggen ist wahrscheinlich nur eine Tätigkeit, die das Singen ersetzen sollen. Singen ist etwas ganz anderes als Musik hören. Mir fällt es schon schwer ruhig zu sein, wenn ich kein Lied höre, aber das Mitsingen, das musste ich mir erst mühsam abgewöhnen... ich kann nämlich gar nicht singen. Aber wie Hildegard Knef werde ich irgendwanneinmal eine "größte Sängerin ohne Stimme" sein.
Labels: Hildegard Knef, Judith Butler, Judith Holofernes, Schlager, Udo Jürgens
Sunday, June 07, 2009
inge und patricia
heute ist ein sehr schöner tag mit eher nicht so schönem wetter. während ich an meinem tofu-körner-baguette mümmle lese ich die fasz, die es heute - wo ich sie zum ersten mal seit ewigkeiten selbst kaufen wollte- für lau gab. vielleicht auch um noch leute zum wählen zu bewegen, dabei sieht es mit der wahl ja so aus: die leute, die twittern wählen quasi ausschließlich die piratenpartei (außer sie gehören zu denen, die vorzeitig das ergebnis bei der wahl des bundeshotte ausposaunt haben), ein paar grüne sind noch verblieben und dann gibts die ganz schmerzfreien, die trotz allem der silvana koch-mehrin die stange halten. (volksparteien waren schon immer irgendwie komisch, find ich)
nun ja, also in der fasz, die ja meistens sehr nett zu lesen ist, da gibt es einen wundervollen kleinen ausschnitt aus "mitten im leben". bei "mitten im leben", da gab es schon vor längerer zeit was über inge und patricia. die beiden hatten was miteinander und patricias eltern fanden das nicht so gut. sagen wirs mal so: in dieser art von show ist es meistens so, dass beide partner nicht passabel sind. zwischen patricia und inge gab es allerdings noch einen altersunterschied von 30 jahren, was auch dem gefühlten addierten iq der beiden entsprach. aber inge hat mit allen mitteln versucht sich durch die arbeit bei der tiertafel, die von patricias eltern gemanaged wird (im zottelstyle, damit die viecher da auch hebby sind), einen platz im herzen der gleichaltrigen eltern der sehr jungen freundin zu verschaffen.
der auszug aus den haarsträubenden dialogen, den die fasz abdruckt ist das ende der sendung, wo sich inge und patricia getrennt haben und die patricia mit ihren zotteleltern, die ihr vorher schon einen typen vorgestellt haben, erst mal einen trinkt auf das schöne ereignis der trennung.
Prost!
Labels: fasz, mitten im leben, patricia und inge, wums
Tuesday, April 28, 2009
Der Seppi
Der Josef Ackermann, das ist schon ein geiler Typ. Und der Kapitalismus wird bestimmt siegen mit so einer Gallionsfigur. Das war jetzt nicht mal ironisch gemeint.
Aber was ja wirklich absolut unter aller Kanone ist, ist der Kundenservice der Deutschen Bank. Da habe ich letztes Jahr nämlich, um den Kapitalismus und den Seppi zu unterstützen (Denn ich betrachte mich ja durchaus so ein bisschen als jemand, der ebenfalls an der HSG sozusagen mit-studiert hat, aber auch ansonsten hat der Kerl irgendwie was!), Festgeld angelegt. Das war auch so aus der ex-post Sicht eigentlich ein ganz guter Deal. Jedenfalls bin ich gerade dabei meine Freistellungsaufträge zu optimieren und hatte einen katastrophalen Mail-Wechsel mit meinem Sachbearbeiter in dem ich eigentlich nur wissen wollte wieviel freigestellt ist und wieviel ich freistellen müsste - um jetzt ein AUSGEFÜLLTES! Formular zugeschickt zu bekommen, das ich leider nicht mit meinem mühsam ausgeklügelten System werde vereinbaren können und das im Endeffekt dazu führen wird, dass ich das ganze nochmal von vorne angehen muss.
Das ganze hat übrigens ca. 2 Wochen gedauert. Alleine die Laufzeit des Briefes bereitet mir ziemliche Sorgen zumal ich sagen muss, dass sogar die Sparkasse (!!!), die ja wirklich nicht unbedingt zu den schnellsten gehört, einfach innerhalb von ca. 15 Minuten dazu in der Lage war per E-Mail-Anhang das ganze zu verschicken.
Die absolute Krönung ist aber bei der ganzen Sachen der Telefonservice, der wirklich NOCH SCHLIMMER IST als alle Telekom-Hotlines dieser Welt zusammen.
Morgen eine neue Runde, oder nächste Woche. Aber der Seppi, der kann da wirklich nix dafür.
Labels: Josef Ackermann
Friday, April 24, 2009
CMS-Diktatur
Ganz offensichtlich will man mit einem CMS die Leute unmündig halten. Sogar Perun ist der Versuchung erlegen.


